Sonntag, 29. Mai 2016

[ audio ] anscheinend twitterte ich heute großen scheiß. ich schrieb


ich schrieb das, weil die liebe hannelore peine ein bild von stolpersteinen postete. ich erinnerte nicht nur (ja i am sorry, schon wieder an das vergangene, schon wieder an den tod), ich schrie(b) eine vorstellung von mir in die timeline, die mich als mitwirkende im dritten reich imaginierte.

mein job ist vermutlich eine berufung (i am sorry, noch so ein verbrauchtes wort). doch einer anderen arbeit nachzugehen, kann ich mir nicht vorstellen. das sage ich oft. weil ich auch ständig gefragt werde, wie ich diesen job nur machen kann. berufung. kein wunder, ich darf jede familie individuell und adäquat betreuen. jeder familie kann ich einen abschied ermöglichen; alles verläuft still, langsam, pietätvoll. und wenn es doch mal laut zugeht, hat es tieftraurigen wumms. wie karsten eben war.

nun stelle man sich vor, ich sei renommiert, oder arbeitssuchend und bekäme eine anstellung als bestatterin in konzentrationslagern. als bestatterin mit einem guten ruf hätte ich mich der ideologie hingeben, oder auswandern müssen. als arbeitssuchende frau - wenn man so weiter spinnt, gar alleinstehend mit kindern - säße ich vielleicht im bewerbungsgespräch um eben diese stelle und stünde vor: friss, oder stirb. keine ahnung. der gedanke war da, und ja, bleibt widerlich.


"sie wissen, dass sie mit dieser arbeit dem deutschen volk dienen, denken sie daran."

niemand führte mich während des bewerbungsgespräches in ein schwimmbad. erst als ich bereits angestellt war, ging ich an meinem ersten arbeitstag um 8 allein dort hin, stand vor dem beckenrand. 


ob ich diesen job dann immer noch gern täte, ihn als berufung sehe...

i am sorry, ich bin kein nazi. entweder hätte ich den ermordeten menschen mit meinem dienst versucht in irgendeiner weise noch einen funken ehre zu erweisen, oder ich hätte so viele nazis wie möglich erschossen und dann mich selbst.

niemand favte (nachtrag: meint eher: bemerkte) diesen tweet. oder wie ich jetzt gesehen habe, einer favte diesen tweet. das wurmte mich. bin ich abgestumpft, oder ihr?

Donnerstag, 28. April 2016

[ audio ] die vergangenen tage lernte ich also eine anfangsperson von h.p. michael haarmann kennen. sein auftreten war offensiv, einladend, kreativ. attribute, die jemand der fantastisch doziert, mit sich bringen sollte. ich möchte am liebsten in seitenlange schwärmerische lobeshymnen verfallen, sein und insofern auch unser seminar beklatschen und danken; allen danken mir danken dir danken ihm danken, aber in diesem blog geht es um den tod. wobei mir nun einfällt, dass michael haarmann immer wieder betonte, wie wichtig es sei, nicht 100% zu machen. eben nicht perfekt und überglücklich zu sein, weil es keine steigerung mehr gäbe. natürlich. wir finden jetzt einfach hierzu den dreh und sagen: 100% bedeute tod. das schöne tolle volle stirbt, weil es einen punkt erreicht hat, an dem es nicht weiter geht. es vergeht.

andererseits vergeht doch eh alles.
es ist wohl dann wie üblich geschmacksache, ob man die dinge intensiv und schnell mag, oder lieber etwas auf kleinerer flamme dehnt. die autokorrektur schrieb /sehnt/ statt /dehnt/. vielleicht sehnt man (sich) auch gerne etwas, wenn man lieber die kleinere flamme wählt. das ganze bleibt unvollkommen, somit am leben; man sehnt sich nach einem höhepunkt, nach einem ende, mag es aber nicht herbeiführen, weil im grunde jeder den tod scheut.

nun haben sie einen teil meiner anfangsperson, die gerne philosophiert, mitbekommen.

michael haarmann nutzte diesen begriff um verständlich zu machen, dass wir zwei, drei, vier, 134 oder 512 personen sind und zwischen diesen switchen.

nun ging es in unserem seminar u.a. um unser auftreten als bestatter in begrüßungssituationen, wenn angehörige wegen eines trauerfalls zu uns kommen.

welche person in uns managt begrüßungen? wie wirkt diese person?

an sie als kunden weitergefragt: welche art person wollen sie vorfinden, wenn sie begrüßt werden? wie wollen sie als trauernder begrüßt werden? mögen sie sätze, wie z.b. 'meine anteilnahme'? möchten sie tradition? oder ist ihnen nach neuerung?

und mit welcher anfangsperson kommen sie ins bestattungshaus?

sicher können sie sich fragen, wozu soll ich mir gedanken um meine person, um mein auftreten machen, wenn meine mutter soeben in der klinik verstorben ist. aber das ist sie ja jetzt in diesem moment nicht.

ich überlege als tochter. als tochter möchte ich mit einer anfangsperson dem tod meiner mutter begegnen, die vor liebe mitstirbt. ich möchte nicht stark sein müssen, nicht kontrolliert, nicht sachlich. naja gut, ich bin vom fach - ich hab den technischen teil im vorfeld geklärt, weiß was sie anzieht, weiß welchen sarg, weiß welches grab - komme also 'vorbereiteter' ins bestattungshaus. deshalb wünsche ich mir in der begegnung am sarg nur gefühle. ich rufe die kollegen an, oder noch besser: ich lasse anrufen! sie sollen sie vom sterbeort abholen, sie wissen ja vorerst alles wichtige und möchte als erstes nur zum trauern ins bestattungshaus kommen. wie ein häufchen elend, oder die trauerweide. 100%.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

[ audio ] du tanzt, hast freizeit, wochenende, bist ausgelassen, hast freunde um dich, gehst zur bar, lachst, bestellst und wirst umarmt. umarmt, gedrückt, festgehalten, eine stimme flüstert dir ins ohr:

"danke. danke wollte ich dir noch sagen."

"oh hallo."

"danke."

"wie geht es dir?"

"schwierige frage. wie soll es mir schon gehen?"

du wirst wieder umarmt, gedrückt, festgehalten, dann geküsst. erst links, dann rechts, dann wieder links. du siehst seine schulter, hältst seine schulter, hältst seine hand bis er geht.

Dienstag, 3. November 2015

[ audio ] mein therapeut sagte: schreiben sie mir, wenn sie einsam sind, schreiben sie mir, schreiben sie mir, wenn sie nicht wissen, wem sie es mitteilen können, schreiben sie mir, wenn ich nicht da bin. 

ich liege wach, die zweite nacht, ich schreibe ihnen. 

als ich heute nachmittag von der arbeit nach hause kam, bin ich vor erschöpfung in schlaf gefallen. ich schlief zwei stunden auf meinem sofa. als ich erwachte, war es bereits dunkel. ich hob meinen kopf, blickte in richtung esstisch und sah dich am hals von der zimmerdecke hängen.  ich stand sofort auf, machte das licht an, schüttelte den kopf, ging zu den mülltonnen an die straße. 

aus der ferne sah ich, dass du am hals unter dem carport hängst. ich zog eine mülltonne, die andere schob ich vor mir her.

suizide sind nahezu alltag in unserem beruf. wir werden gerufen, kommen zum fundort, sargen ein, fahren weg, fahren wieder nach hause, fahren uns durchs haar. du bist nicht der suizid, du bist auch kein freund. du bist jemand der mir nahe stand, mit dem ich viel lachte. war dir klar, dass ich dich abhole?

mit der taschenlampe komme ich zurück zur haustür, du hängst im treppenhaus. ich weiß, dass du weg gehst, dass du verblasst, dass du irgendwann gar nicht mehr da bist. bis dahin kann ich sehr schlecht schlafen. vielleicht, weil ich auch einsam bin. ein bisschen so wie du. ich erinnere mich an deine geschichte, die du mir erzähltest. du als der kleine junge, der sich fürchtete. vor dem großen nagel an der wand.

Sonntag, 27. September 2015

audio ] vor drei jahren schrieb ich hier anders. ich hatte weniger routine mit dem thema tod, manchmal wusste ich auch nicht, wie ich mich verhalten sollte. es war mir wichtig leise zu sprechen, die richtigen worte zu finden, angehörigen viel raum zu geben. jetzt, drei jahre später führe ich viel mehr smalltalk, erzähle im beratungsgespräch auch mal von mir. immer noch einfühlsam, anders kann ich gar nicht. aber beileibe spreche ich nicht mehr in diesem flüsterton, der mich gerade beim anhören der älteren blogbeiträge auf die palme brachte. als sei trauer nur leise.

Sonntag, 20. September 2015

audio ] die haustür fällt ins schloss in deinen schoß, du fällst auf die knie. du hast noch knie. du hast noch haut. fang an zu schreien. nein, sing. hier auf den stufen, hier schallt es schön.

dein treppenhaus

Mittwoch, 6. Mai 2015


genau so sind wir. nur bei den schweizern dachte ich immer, sie würden gar nicht so schnell gehen und fahren.

[ audio ] hallo grab. zwei jahre sind vergangen, seit ich das letzte mal hier gewesen bin. dazwischen sah ich keinen nutzen für dieses blog. es war mir ein klotz am bein, wie so vieles. nur habe ich nichts dagegen getan. das blog schlief einfach an meinem bein.

standby scheint typisch für unsere heutige gesellschaft zu sein. wir haben eine riesige auswahl; fangen hier was und da was an, lassen liegen, laufen weiter, schneller, weil das andere vielversprechender klingt, kehren um, vergleichen, werfen nicht weg, sammeln eindrücke, interieur, menschen. lebendige und oft genug auch tote. und beenden selten. richtig.

ja zum beispiel kürzlich, da wollte ich mir nach ein paar monaten ein rezept für ein medikament bei meiner hausärztin abholen. fortschrittlich wie wir ja sind (um nebenbei noch mehr dinge anzufangen), öffnete ich die webseite um online zu bestellen und sah, dass sich die gemeinschaftspraxis in einem neuen licht präsentiert. freude/wie schön/mehr transparenz/lalala. nur meine hausärztin wird nicht mehr im team aufgeführt. sie ist weg. wurde ersetzt. kommt nicht mehr wieder. ich fühlte mich beraubt. unfertig. der abschied von ihr ist offen. schon gefiel mir die neue internetpräsenz nicht mehr so wie zuvor. die lachenden arzthelferinnen auf den fotos wirken überspielend, am liebsten hätte ich kommentiert. das ist aber nicht möglich; also hänge ich in der luft mit meiner neugierde meinen genesungswünschen mit neuer last am bein.

ich überlegte mir also, dass ich einen ort brauche. einen recyclinghof, oder so. darum möchte ich jetzt gern wieder hier schreiben.

Montag, 15. Oktober 2012

[ audio ] heute um zehn holte ich die sieben kleinen schachteln aus dem klinikum und fuhr mit ihnen auf den friedhof. dann hob ich das erste oberteil an und grüßte das kleine kindchen. ich hätte die schachteln auch ungeöffnet in den großen sarg legen können, doch da war mir nicht nach.

so stand ich in unserem versorgungsraum. war allein, es war ganz still. in jedem weißen schächtelchen lag ein minimensch, eingehüllt in eine bunte decke. eins trug gar eine mütze, ein anderes nuckelte an seinem daumen.

liebe mütter, liebe väter, ich möcht' nur sagen, ich hab sie wohl gebettet. sie reisen jetzt. ❤

Montag, 3. September 2012

[ audio ] anlässlich des freitods eines twitterers melde ich mich nach längerer zeit zu wort. ich möchte nicht viel schreiben, mir liegt nur eins am herzen:

wenn ich einen menschen, der den tod für sich wählte, abhole, dann habe ich respekt. ich respektiere seine entscheidung und wünsche ihm eine gute reise.

das wünsche ich mir auch von euch.

Samstag, 16. Juni 2012



[ audio ] suizid. ich weiß noch wie mulmig mir dieses wort gewesen ist, bevor ich bestatterin wurde. ähnlich wie das gefühl, als ich das erste mal vor särgen stand.

wenn ich einen vergleichbaren mulm finden möchte, sehe ich nutten, die in einem bordell an der bar sitzen oder mafiabosse.

das liegt daran, dass ich noch nie in einem bordell war und einen mafiaboss kenne ich auch nicht, aber der ist bestimmt wie ein mafiaboss. wisst ihr, ich will da gar nicht hin. glaub ich.

zu uns will auch keiner. da ist ein mensch weg, man will nichts regeln. er kommt nie wieder, man will sich verkriechen, nichts essen, nichts trinken. UND DIESEN MENSCHEN LIEBTE MAN, VERKACKTE SCHEISSE!

weitere parallelen gibt es wohl nicht, oder sehe ich aus wie ein mafioso? 
ich bin eine kauffrau, ich verkaufe euch einen sarg und kämme eurer frau die haare. dabei geht es natürlich um geld, wie bei einer nutte. sie bietet euch ja auch eine leistung an. ist alles nicht verwerflich.

das schöne ist, es geht nicht nur um den sarg und das geld. es ist eine traurige zeit, sie braucht ein i-tüpfelchen, sonst bleibt sie unvollständig. 

sagt, was ihr wollt! zeigt, was ihr euch aufgeschrieben habt, bringt fotos, bringt farben und musik für eure tränen.

vielleicht besucht ihr mich mal oder trinkt mal was in einem bordell? andererseits, es muss auch nicht gleich dieser mulm sein, der ist ja mein mulm. ihr könnt eine spinne anfassen oder jemanden küssen. mal nein sagen ist auch ganz nett.

Freitag, 18. Mai 2012


http://sternenkinderhimmel.de/ )
[ audio ] derzeit werden nur totgeborene kinder im personenstandsregister registriert, die über 500g wiegen. im november 2008 kamen die zwillinge der familie martin unter 500g tot zur welt. es war ihnen nicht möglich ihren kindern offiziell namen zu geben und sterbeurkunden zu erhalten. dies nahm familie martin zum anlass sich für die beurkundung von totgeburten unter 500g einzusetzen.

am 10. mai 2012 ging dann endlich durch die presse, dass die bundesregierung durch die petition dieser sternenkindereltern eine ergänzung des personenstandsrechts erwirke. aha. die bundesregierung.

während der jubel groß ist, lese ich, dass diese ergänzung in kraft tritt, "sofern das parlament dem zustimmt." demnach ist da noch gar nichts hundertprozentig unter dach und fach. liebe cdu/csu, ja so ein zufall, dass ihr euch drei tage vor der landtagswahl in nrw so schön von über 40 000 unterschriften und einem kabinettsentwurf umjubeln lasst. hipp hipp hurra. aber herr bundestag, dann mach JETZT hinne!

Sonntag, 22. April 2012


http://www.sternennest.de/

[ audio ] wenn sich euer baby im mutterleib entschlossen hat, nicht atmen zu wollen, bekommt ihr einen termin zur ausschabung, werdet narkotisiert und wacht mit einem grausamen leeregefühl wieder auf. das gleiche passiert, wenn du dich als mutter zu einem schwangerschaftsabbruch entschieden hast. das baby ist dann nicht nur tot, in den meisten fällen ist es auch weg. gynäkologen lassen den müttern und vätern keine wahl. ungefragt wird das kind in einen sammelsarg gelegt und die patientin mit schmerzmitteln nach hause vertröstet. wer kommt schon in solcher situation auf die idee nach seinem baby zu fragen? meiner ansicht nach ist das sache des arztes! er sollte bereits im gespräch vor der ausschabung fragen, ob die (ein)eltern ihr baby sehen möchten.

zu hause liegen wir dann mulmig durch die narkose – leer einfach nur leer   in unserem bett und können es nicht begreifen, ja weil wir nichts greifen konnten. wir müssen nun mit dem tod unseres kindes leben, und hängen mit unseren gedanken in der luft. unsere sinne haben keinen ort zum trauern.

versteht mich nicht falsch, niemand sollte gezwungen werden einen verstorbenen anzusehen, gar anzufassen. ich denke vielen würde es auch genügen, ihr baby in einer kleinen schachtel mit watte gepolstert zu wissen. euer gynäkologe kann die schachtel beim gespräch nach der ausschabung vor euch auf den tisch stellen, ihr könnt einmal über das kistchen streichen und erfahrt, wo das feld der sternenkinder auf dem ortsansäßigen friedhof ist. das beruhigt, denn es ist wichtig in klarheit trauern zu können. 

für kinder mit einem gewicht von unter 500g besteht keine bestattungspflicht, dennoch habt ihr einen bestattungsanspruch und könnt euch von eurem gynäkologen eine todesbescheinigung ausstellen lassen, um euer baby fern der gemeinschaftsfelder bestatten zu können. ihr dürft die schachtel, in dem euer baby liegt dann aus der klinik oder praxis mitnehmen und tragt sorge dafür, dass es auf einem friedhof ruhe findet.

wer aber sein kleines zartes kind sehen mag, der öffne vorsichtig den deckel, lege vielleicht ein briefchen hinein und atme ganz tief durch.

Sonntag, 15. April 2012


erik henningsen, 1886
"barnemordet" 

[ audio ] manchmal stehe ich vor meinen bücherregalen und fordere die luft auf mir ein buch in die hände zu legen. das ist ein bisschen wie im tv zappen. so war es auch heute und wenig später saß ich mit knut hamsuns segen der erde am kaffeetisch.

es ist eine dieser gebundenen ausgaben, die mir einmal vermacht worden ist und der ich die ehre in meinem regal gebe, denn bücher verdienen auch heute noch ein zu hause. zunächst aber las ich diese und andere rezensionen rezensionen! rezensionen um mir einen überblick über die handlung zu verschaffen. der rahmen von segen der erde lässt sich am besten mit einer partie die siedler von catan nachspielen. ferner geht es um den kontrast stadt-land und weshalb ich diesen roman überhaupt hier erwähne um infantizide. kindsmorde.

so schlug ich das buch einfach irgendwo auf (zapping!), landete im zweiten teil, im zweiten kapitel und las von barbro, die ein kind von axel erwartete. (lesedauer: 30min.) hamsun erzählt hierin von einer kindstötung eines neugeborenen, im fachjargon (ganz scheußlich) neonatizid genannt. im vortrag der gynäkologin prof. dr. med. anke rohde der uniklinik bonn können wir nachlesen, dass kindstötungen heutzutage in etwa 40-50 mal im jahr in deutschland vorkommen. wikipedia (jaja) sagt, dass es vor rund 150 jahren noch um die 300 fälle gewesen seien. doch die dunkelziffern sind uns selbstredend damals wie heute nicht bekannt.

heute haben wir allerdings mehr zeit und kraft zu reden. innerhalb der familie, unter freunden, bei der beratungsstelle. heute ackern wir nicht mehr zuhauf auf feldern, in herrenhäusern so dass wir zu müde sind, um uns im bett gedanken darüber zu machen, wenn wir (ungewollt) schwanger sind. es ist durch unser sozialsystem auch keine misere, keine hungersnot mehr, auch wenn armut armut bleibt. nur anders. angepasst an unsere heutige zeit.

eine solche tat in klassifikationssysteme aufgedröselt wird vielleicht verständlicher, doch lässt sie uns dennoch mit dem kopf schütteln. es ist auch vollkommen in ordnung über diese straftat zu fluchen, doch sollten wir dabei nicht vergessen, dass wir es als gesellschaft sind, die unseren teil dazu beitragen. wenn wir weg gucken, oder hingucken und unseren finger hineinpressen, statt unsere hand zu reichen.