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erik henningsen, 1886
"barnemordet" |
[ audio ] manchmal stehe ich vor meinen bücherregalen und fordere die luft auf mir ein buch in die hände zu legen. das ist ein bisschen wie im tv zappen. so war es auch heute und wenig später saß ich mit knut hamsuns
segen der erde am kaffeetisch.
es ist eine dieser gebundenen ausgaben, die mir einmal vermacht worden ist und der ich die ehre in meinem regal gebe, denn bücher verdienen auch heute noch ein zu hause. zunächst aber
las ich diese und andere
rezensionen rezensionen! rezensionen um mir einen überblick über die handlung zu verschaffen. der rahmen von segen der erde lässt sich am besten mit einer
partie die siedler von catan nachspielen. ferner geht es um den kontrast stadt-land und weshalb ich diesen roman überhaupt hier erwähne um infantizide. kindsmorde.
so schlug ich das buch einfach irgendwo auf (zapping!), landete im zweiten teil, im zweiten kapitel und
las von barbro, die ein kind von axel erwartete. (lesedauer: 30min.) hamsun erzählt hierin von einer kindstötung eines neugeborenen, im fachjargon (ganz scheußlich) neonatizid genannt.
im vortrag der gynäkologin prof. dr. med. anke rohde der uniklinik bonn können wir nachlesen, dass kindstötungen
heutzutage in etwa 40-50 mal im jahr in deutschland vorkommen. wikipedia (jaja) sagt, dass es vor rund 150 jahren noch um die 300 fälle gewesen seien. doch die dunkelziffern sind uns selbstredend damals wie heute nicht bekannt.
heute haben wir allerdings mehr zeit und kraft zu reden. innerhalb der familie, unter freunden, bei der beratungsstelle. heute ackern wir nicht mehr zuhauf auf feldern, in herrenhäusern so dass wir zu müde sind, um uns im bett gedanken darüber zu machen, wenn wir (ungewollt) schwanger sind. es ist durch unser sozialsystem auch keine misere, keine hungersnot mehr, auch wenn armut armut bleibt. nur anders. angepasst an unsere heutige zeit.
eine solche tat
in klassifikationssysteme aufgedröselt wird vielleicht verständlicher, doch lässt sie uns dennoch mit dem kopf schütteln. es ist auch vollkommen in ordnung über diese
straftat zu fluchen, doch sollten wir dabei nicht vergessen, dass wir es als gesellschaft sind, die unseren teil dazu beitragen. wenn wir weg gucken, oder hingucken und unseren finger hineinpressen, statt unsere hand zu reichen.